Von der Redaktion Wärmepumpen Vergleichsportal · Stand: 5. Oktober 2026, 21:28 Uhr
Mit einer Wärmepumpe steigt dein Stromverbrauch kräftig – in einem typischen Einfamilienhaus von rund 3.800 auf etwa 8.500 bis 10.000 kWh pro Jahr. Die Stromrechnung wächst damit um etwa 1.750 bis 2.350 Euro, die Gasrechnung von rund 2.400 Euro entfällt. Unterm Strich liegt die Gesamtenergierechnung heute bei etwa 3.150 bis 3.750 Euro statt rund 3.800 Euro. Wie stark die Stromkosten steigen, hängt an der Effizienz, dem Tarif und der Preisentwicklung.
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ToggleDie kurze Antwort
- Verbrauch: Die Wärmepumpe braucht je nach Haus etwa 4.750 bis 6.350 kWh Strom pro Jahr (bei 19.000 kWh Wärmebedarf und JAZ 3,0 bis 4,0).
- Stromrechnung: Das ist 125 bis 167 Prozent mehr Strom als vorher, bei 37 ct/kWh etwa 1.760 bis 2.340 Euro mehr pro Jahr.
- Gesamtkosten: Weil Gas wegfällt, bleibt die Energierechnung nahezu gleich oder sinkt um bis zu etwa 630 Euro.
- Stellschrauben: Effizienz (JAZ), Wärmepumpentarif, Netzentgelt-Reduzierung nach § 14a EnWG, Photovoltaik.
Schritt 1: Wie viel Strom braucht die Wärmepumpe?
Die Formel ist einfach: Wärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl = Strombedarf der Wärmepumpe. Wir rechnen mit einem Haus, das heute 20.000 kWh Gas im Jahr verbraucht. Bei einem Kesselwirkungsgrad von 95 Prozent entspricht das 19.000 kWh Nutzwärme. Dazu kommt der normale Haushaltsstrom: Laut Stromspiegel verbraucht ein Vier-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus im Mittel 3.800 kWh pro Jahr (ohne elektrische Warmwasserbereitung).
| Annahme | Strom Wärmepumpe (kWh) | Strom gesamt (kWh) | Mehrverbrauch | Mehrkosten pro Jahr | Stromrechnung gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| JAZ 3,0 | 6.333 | 10.133 | +167 % | 2.343 € | 3.749 € |
| JAZ 3,5 | 5.429 | 9.229 | +143 % | 2.009 € | 3.415 € |
| JAZ 4,0 | 4.750 | 8.550 | +125 % | 1.758 € | 3.164 € |
Modellrechnung mit 37,0 ct/kWh (BDEW-Durchschnitt 2026). Ohne Grundgebühr. Die Mehrkosten sind die Stromkosten der Wärmepumpe, die Rechnung gesamt enthält den Haushaltsstrom von 3.800 kWh (1.406 €).
Grafik 1 · Stromverbrauch pro Jahr vorher und nachher
Haushaltsstrom 3.800 kWh nach Stromspiegel (Einfamilienhaus, 4 Personen). Wärmepumpen-Strom = 19.000 kWh ÷ JAZ.
Schritt 2: Was heißt das in Euro – und was fällt weg?
Heute zahlt dieses Haus etwa 1.406 € für Haushaltsstrom und 2.386 € für Gas (11,93 ct/kWh laut BDEW), zusammen 3.792 €. Mit Wärmepumpe fällt die Gasrechnung weg, die Stromrechnung steigt:
Grafik 2 · Gesamtenergiekosten pro Jahr (Strom und Gas)
Preise 2026: Strom 37,0 ct/kWh, Gas 11,93 ct/kWh (BDEW). Ohne Grundpreise, Schornsteinfeger und Wartung.
Die Ersparnis ist heute überschaubar: Bei JAZ 3,0 (unsaniertes Haus) liegen Wärmepumpe und Gas praktisch gleichauf, bei JAZ 4,0 sparst du rund 630 Euro pro Jahr. Der Vorteil wächst, wenn Gas teurer wird – siehe die Rechnung für 2026 bis 2040.
Woraus setzt sich der Strompreis zusammen?
Grafik 3 · Bestandteile des Haushaltsstrompreises 2026
Quelle: BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026.
Der durchschnittliche Strompreis ist 2026 laut BDEW gesunken: Die Netzentgelte liegen mit 9,2 ct/kWh um 1,7 ct unter dem Vorjahr, unter anderem wegen des Zuschusses zu den Übertragungsnetzentgelten. Steuern und Abgaben blieben unverändert, die Beschaffung leicht niedriger. Offen ist die Zukunft: Der Großhandelspreis ist wegen des Iran-Konflikts zuletzt gestiegen, das schlägt sich laut BDEW bisher nicht nennenswert in den Neukundentarifen nieder.
So senkst du die Stromkosten der Wärmepumpe
1. Wärmepumpentarif und Netzentgelt-Reduzierung (§ 14a EnWG)
Für neu installierte, steuerbare Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW (ab 1. Januar 2024) gibt es reduzierte Netzentgelte. Netze BW beschreibt drei Module:
| Modul | Wie funktioniert es? | Entlastung |
|---|---|---|
| Modul 1 | Pauschale Reduzierung, unabhängig vom Verbrauch | ca. 110–190 € brutto pro Jahr, je nach Netzbetreiber |
| Modul 2 | 60 % Reduzierung des Netzentgelts auf den Arbeitspreis, separater Zähler nötig | Hängt vom Verbrauch ab |
| Modul 3 | Zeitvariable Netzentgelte, Smart Meter nötig | Hängt vom Nutzungsverhalten ab |
Quelle: Netze BW. Für Anlagen vor 2024 besteht Bestandsschutz. Der Netzbetreiber darf die Leistung in Spitzenzeiten zeitweise reduzieren, eine Mindestleistung bleibt garantiert.
Auch ein eigener Wärmepumpentarif kann sich lohnen. Jeder Cent weniger pro kWh spart bei 6.333 kWh (JAZ 3.0) etwa 63 Euro. bei 4.750 kWh (JAZ 4.0) etwa 48 Euro im Jahr. Ratgeber gehen oft von Wärmepumpentarifen unter dem Haushaltsstrompreis aus (z. B. rund 33 ct/kWh in Beispielrechnungen). dafür gibt es keine Garantie. Vergleiche Tarife und achte auf Preisgarantie und Sperrzeiten.
2. Effizienz erhöhen
- Vorlauftemperatur senken: Je niedriger, desto weniger Strom.
- Hydraulischer Abgleich und passende Heizkurve: verhindern Überversorgung.
- Gute Dimensionierung: Ein zu großes Gerät taktet und verbraucht mehr.
- Dämmung und Heizkörper: Sie senken den Wärmebedarf und die Vorlauftemperatur.
3. Eigenstrom nutzen
Wer eine Photovoltaikanlage hat, kann einen Teil des Wärmepumpenstroms selbst erzeugen. Weil der größte Verbrauch im Winter anfällt (laut Thermondo 50 bis 75 Prozent des Jahresverbrauchs zwischen November und Februar), deckt Solarstrom nur einen Teil. Ein Speicher oder eine intelligente Steuerung hilft, mehr zu nutzen. Mehr zu Solarstrom und Speichern findest du auf solspeicher.de.
Wie entwickeln sich die Kosten bis 2040?
Niemand kennt den Strompreis von morgen. Wir rechnen deshalb drei Szenarien für die Wärmepumpe (JAZ 3,5, 5.429 kWh Strom pro Jahr) mit einem realen Preisanstieg von 0, 1 und 2 Prozent pro Jahr und stellen sie dem Gas aus unserer Gaspreis-Rechnung gegenüber:
Grafik 4 · Jährliche Heizkosten 2026 bis 2040: Gas und Wärmepumpe
Modellrechnung in Preisen von 2026 (real). Wärmepumpe: JAZ 3,5, Strompreis 37 ct/kWh. Gas: ruhiges und teures Szenario aus der Gaspreis-Rechnung. Ohne Wartung und Grundpreise.
Selbst wenn der Strom real um 2 Prozent pro Jahr teurer wird, liegen die Heizkosten der Wärmepumpe 2040 bei etwa 2.650 Euro – unter dem teuren Gas-Szenario (4.430 Euro) und knapp unter dem ruhigen (2.790 Euro). Der Grund: Die Wärmepumpe nutzt Strom 3,5-fach effizient. Das Risiko bleibt aber real: Steigt der Strompreis stärker, schrumpft der Vorteil.
Was du bei der Planung beachten solltest
- Zählerplatz: Für Modul 2 oder Modul 3 brauchst du einen separaten Zähler oder Smart Meter. Kläre das früh.
- Winterspitzen: Im Winter kann die Leistungsaufnahme deutlich steigen (laut Thermondo an kalten Tagen etwa 25 bis 35 kWh pro Tag). Prüfe die Elektrik und den Hausanschluss.
- Tarif prüfen: Achte auf Preisgarantie, Sperrzeiten und Mindestlaufzeit.
- Strombedarf im Angebot: Lass dir den erwarteten Jahresverbrauch und die JAZ-Prognose schriftlich nennen (siehe 12-Punkte-Checkliste).
Fazit: Der Stromverbrauch steigt stark, die Gesamtrechnung nicht
Die Stromrechnung wächst mit einer Wärmepumpe um mehr als das Doppelte, die Gasrechnung verschwindet. Im Ergebnis zahlst du heute etwa so viel oder etwas weniger als vorher, und du bist weniger vom Gaspreis abhängig. Entscheidend sind eine gute Planung (niedrige Vorlauftemperatur), ein günstiger Tarif und die Nutzung des reduzierten Netzentgelts. Wie viel Eigenanteil nach der Förderung bleibt und wie schnell sich die Wärmepumpe rechnet, zeigt unser Eigenanteil-Rechner.
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Kostenlos Angebote einholenQuellen
- BDEW / elektrowirtschaft.de – Strompreisanalyse Herbst 2026
- BDEW – Gaspreisanalyse 2026
- Stromspiegel (co2online) – Stromverbrauch im 4-Personen-Haushalt
- Thermondo – Stromverbrauch einer Wärmepumpe
- Netze BW – Neuregelung § 14a EnWG
- Baulinks (Fraunhofer ISE) – Jahresarbeitszahlen im Feldtest 2025
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