Von der Redaktion Wärmepumpen Vergleichsportal · Stand: 12. Oktober 2026, 20:50 Uhr
Die Monatskosten einer Wärmepumpe ergeben sich aus Wärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl × Strompreis ÷ 12. Im Modellhaus (19.000 kWh Wärme, JAZ 3,5, 37 ct/kWh) sind das im Schnitt rund 167 € pro Monat für die Wärmepumpe. Real schwankt die Monatsrechnung aber stark: im Januar etwa 321 €, im Juli rund 60 €. Hier rechnest du deinen Abschlag selbst aus – mit Formel, Beispielen und Rechner.
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ToggleDie kurze Antwort
- Durchschnitt im Modellhaus: 146 bis 195 € pro Monat für die Wärmepumpe (JAZ 4,0 bis 3,0, 37 ct/kWh, ohne Grundpreis).
- Mit Haushaltsstrom: Wer heute rund 316 € pro Monat für Gas und Strom zahlt, kommt mit Wärmepumpe (JAZ 3,5) im Modell auf etwa 285 €.
- Der Abschlag ist ein Durchschnitt. Der Verbrauch fällt zu einem großen Teil im Winter an, die Monatskosten schwanken deshalb stark.
- Stellschrauben: Effizienz (JAZ), Stromtarif und Netzentgelt-Rabatt nach § 14a EnWG, eigener Solarstrom.
So rechnest du den Abschlag in drei Schritten
Schritt 1: Wärmebedarf bestimmen
Den Wärmebedarf liest du aus dem bisherigen Verbrauch ab. Bei einer Gasheizung ist der Wärmebedarf etwas kleiner als der Gasverbrauch, weil der Kessel Verluste hat. In unseren Modellrechnungen setzen wir dafür einen Kesselwirkungsgrad von 95 Prozent an (Annahme): 20.000 kWh Gas entsprechen dann 19.000 kWh Wärme. Bei Heizöl rechnest du grob 10 kWh je Liter.
Schritt 2: Durch die Jahresarbeitszahl teilen
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sagt, wie viel Wärme die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom macht. In den Feldtests des Fraunhofer ISE lag sie bei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand zuletzt bei im Mittel 3,4, bei Erdwärme (Sole-Wasser) bei 4,3 (Baulinks zur Fraunhofer-Studie). Bei 19.000 kWh Wärme und JAZ 3,5 braucht die Anlage rund 5.429 kWh Strom im Jahr.
Schritt 3: Mit dem Strompreis multiplizieren und durch 12 teilen
Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis lag laut BDEW 2026 bei 37,0 ct/kWh (BDEW-Strompreisanalyse). Daraus folgt für JAZ 3,5: 5.429 kWh × 0,37 € = 2.009 € im Jahr, also 167 € im Monat. Einen eventuellen Grundpreis rechnest du extra dazu.
Beispielrechnung: Was die Wärmepumpe im Monat kostet
| Effizienz | Strom pro Jahr | Kosten pro Jahr | Wärmepumpe pro Monat | Wärmepumpe + Haushaltsstrom pro Monat |
|---|---|---|---|---|
| JAZ 3,0 | 6.333 kWh | 2.343 € | 195 € | 312 € |
| JAZ 3,5 | 5.429 kWh | 2.009 € | 167 € | 285 € |
| JAZ 4,0 | 4.750 kWh | 1.758 € | 146 € | 264 € |
Modellhaus: 19.000 kWh Wärmebedarf (Warmwasser inklusive), 37,0 ct/kWh, ohne Grundpreis und Wartung. Haushaltsstrom 3.800 kWh/Jahr (1.406 €); Stromverbrauch eines 4-Personen-Haushalts im Haus laut Stromspiegel.
Zum Vergleich: Die Gasheizung verursacht im selben Haus bei 20.000 kWh und 11,93 ct/kWh (BDEW) rund 2.386 € im Jahr oder 199 € im Monat. Mit Haushaltsstrom liegt die heutige Gesamtrechnung bei 3.792 € pro Jahr, also 316 € pro Monat. Wie sich diese Rechnung bis 2040 entwickeln kann, zeigt unser Beitrag So stark steigen die Stromkosten mit einer Wärmepumpe.
Grafik 1 · Gesamtrechnung pro Monat: Gasheizung gegen Wärmepumpe
Modellrechnung auf Basis der BDEW-Durchschnittspreise 2026 (Strom 37,0 ct/kWh, Gas 11,93 ct/kWh) und eigenen Annahmen. Dein Haus kann deutlich abweichen.
Warum die Monatskosten schwanken
Die Wärmepumpe läuft im Winter am meisten und im Sommer fast nur für das Warmwasser. Nach Angaben von Thermondo entfallen rund 50 bis 75 Prozent des Jahresstromverbrauchs auf die Monate November bis Februar, abhängig vom Gebäudestandard. An kalten Tagen nimmt die Anlage laut derselben Quelle etwa 25 bis 35 kWh pro Tag auf.
Wir haben daraus ein Beispielprofil gebaut (Annahme: Verteilung so gewählt, dass November bis Februar zusammen 56 Prozent ausmachen). Der Balken zeigt den tatsächlichen Verbrauch je Monat, die gestrichelte Linie den gleichbleibenden Abschlag.
Grafik 2 · Stromkosten der Wärmepumpe je Monat (Beispielprofil, JAZ 3,5)
Euro je Monat nur für den Wärmepumpenstrom bei 37 ct/kWh. Das Monatsprofil ist eine Modellannahme, keine Messreihe.
Der durchschnittliche Abschlag von 167 € liegt also im Januar deutlich unter, im Sommer deutlich über der echten Monatsrechnung. Entscheidend ist die Jahresabrechnung: Passt der Abschlag zu deinem tatsächlichen Verbrauch, bleibt Nachzahlung oder Guthaben klein.
Den Abschlag richtig festlegen
- Im ersten Jahr schätzt der Versorger. Ohne Verbrauchshistorie für die Wärmepumpe liegt der Abschlag oft nur auf einer Schätzung. Rechne deshalb vor Vertragsabschluss selbst nach und gib deinem Anbieter eine realistische Verbrauchsprognose an.
- Zählerstand nach dem ersten Winter prüfen. Lies im Frühjahr den Zähler ab und rechne hoch: Verbrauch im Winterhalbjahr geteilt durch den typischen Winteranteil (siehe Grafik 2). Passe den Abschlag danach an.
- Getrennt messen lohnt. Mit eigenem Zähler für die Wärmepumpe siehst du die Kosten genau und kannst einen Wärmepumpentarif oder das Netzentgelt-Modul 2 nutzen.
- Rücklage einplanen. Wer den Abschlag knapp wählt, sollte für eine mögliche Nachzahlung nach kalten Wintern Geld zurücklegen.
Stellschrauben: So sinken die Monatskosten
Netzentgelt-Rabatt nach § 14a EnWG
Für steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit mehr als 4,2 kW (dazu zählen neue Wärmepumpen) gibt es reduzierte Netzentgelte. Netze BW beschreibt für 2026 drei Module (Netze BW):
| Modul | Entlastung | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Modul 1 (pauschal) | 110 bis 190 € brutto pro Jahr, also rund 9 bis 16 € pro Monat; je nach Netzgebiet | Kein separater Zähler nötig |
| Modul 2 (prozentual) | Netzentgelt auf den Arbeitspreis um 60 % gesenkt; Ersparnis hängt vom Verbrauch ab | Separater Zähler für die Wärmepumpe, Auftrag beim Stromlieferanten |
| Modul 3 (zeitvariabel) | Niedrigere Netzentgelte in Zeiten geringer Netzauslastung | Intelligentes Messsystem; nur mit Modul 1 kombinierbar |
Quelle: Netze BW, Stand 2026. Die Höhe der Netzentgelte unterscheidet sich je Netzbetreiber, frage bei deinem Anbieter nach.
Effizienz, Tarif und Eigenstrom
- Jahresarbeitszahl erhöhen: niedrigere Vorlauftemperatur, sauber eingestellte Heizkurve und ein sorgfältiger hydraulischer Abgleich. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Wartung und im Ratgeber Aufbau und Funktionsweise.
- Tarif vergleichen: Viele Anbieter bieten gesonderte Wärmepumpentarife an, oft in Verbindung mit einem zweiten Zähler. Vergleiche Arbeitspreis und Grundpreis über das Jahr.
- Eigenen Solarstrom nutzen: Weil der größte Verbrauch im Winter anfällt, deckt eine Photovoltaikanlage nur einen Teil. Ein Speicher oder eine intelligente Steuerung kann den Anteil erhöhen.
Rechner: Dein Abschlag für die Wärmepumpe
Abschlag-Rechner · Stand Oktober 2026
Gasverbrauch in kWh × 0,95 (Kesselverluste, Annahme). Bei Öl: Liter × 10 × 0,95. Typisches Einfamilienhaus: 14.000 bis 24.000 kWh.
BDEW-Durchschnitt 2026: 37,0 ct/kWh. Für deinen Tarif den Arbeitspreis aus dem Angebot eintragen.
Nur eintragen, wenn die Wärmepumpe einen eigenen Zähler oder Vertrag mit zusätzlichem Grundpreis hat.
Stromspiegel: rund 3.800 kWh für einen 4-Personen-Haushalt im Haus. Mit 0 siehst du nur die Wärmepumpe.
Modellrechnung ohne Wartung, Zählermiete und Preissteigerungen. Das Monatsprofil ist eine Annahme (Nov.–Feb. = 56 % des Verbrauchs). Keine Tarifberatung.
Der Rechner arbeitet im Browser, deine Eingaben werden nicht gespeichert oder übertragen. Ohne Skript findest du die Rechenregel oben unter „So rechnest du den Abschlag in drei Schritten“.
Grenzen der Rechnung
- Modellwerte, keine Prognose: Wärmebedarf, JAZ und Strompreis unterscheiden sich von Haus zu Haus. Hersteller-Datenblätter nennen oft höhere Effizienzwerte, als im Betrieb erreicht werden.
- Preise können steigen oder sinken. Wir rechnen mit dem BDEW-Durchschnitt 2026; dein Tarif kann günstiger oder teurer sein.
- Nicht enthalten: Wartung, Zählermiete, Rücklagen und Finanzierung. Zur Wartung siehe Wartung: Kosten, Pflicht, Abzocke.
- Förderung und Eigenanteil der Anschaffung berechnest du mit dem Eigenanteil-Rechner.
Aus Modellwerten werden echte Zahlen, wenn du Angebote vergleichst. Kostenlos und unverbindlich.
Kostenlos Angebote einholenQuellen
- BDEW / elektrowirtschaft.de – Strompreisanalyse Herbst 2026: durchschnittlicher Haushaltsstrompreis 37,0 ct/kWh
- BDEW – Gaspreisanalyse (Gaspreis für Haushalte)
- Baulinks (Fraunhofer ISE) – Feldtest-Ergebnisse: Jahresarbeitszahlen von Wärmepumpen im Bestand
- Stromspiegel (co2online) – Haushaltsstromverbrauch eines 4-Personen-Haushalts
- Thermondo – Stromverbrauch der Wärmepumpe, Winteranteil und Tagesspitzen (Herstellerportal, Angaben als Richtwerte)
- Netze BW – Netzentgelt-Module 1 bis 3 nach § 14a EnWG, Stand 2026
Passend dazu: Wärmepumpen Angebote: Preise, Checkliste und kostenlos vergleichen
